Die Vorbereitungen für das zweite Stadt-Zürcher Fussball Derby in Wochenfrist laufen auf Hochtouren.
Wie ich feststellen konnte, werden alle Mittel eingesetzt. So beispielsweise ist auch die Tafel beim Hardturmstadion, die das nächste Spiel ankündigt, entsprechend gestaltet:
Während ‚Grasshoppers‘ in schönen, eher breiten Lettern geschrieben ist, ist das, ohnehin schon kurze, ‚FCZ‘ in einer sehr schmalen Schrift geschrieben und schon fast nicht mehr zu erkennen.
Eigentlich ja gerechtfertigt, für einen Club der seit Jahrzehnten kein Heimspiel-Derby mehr hat gewinnen können…
Eigentlich ja gerechtfertigt, für einen Club der seit Jahrzehnten kein Heimspiel-Derby mehr hat gewinnen können…
Meines Erachtens sind diese 3 Buchstaben immer noch viel zu gross…
Ein kleiner Ausschnitt aus einem E-mail-„Krieg“ mit dem Tagi…
„An die Sportredaktion des Tages-Anzeigers (oder ev. treffender: an die fcz-fans)
Sehr geehrter Herr Kägi (und übrige Herren der Fussball-Berichterstattung)
Die unsäglich einseitige Berichterstattung über die beiden Zürcher Fussballclubs ist ein grosses Ärgernis. Ihr Blatt verkommt immer mehr zum FCZ-Sprachrohr (ev. müssten Sie mal den Job wechseln und beim FCZ-Matchmagazin schreiben). Ein wunderbares Beispiel ist der heutige Bericht über das Derby von gestern mit den Titeln, der Bildlegende und den üblich einseitigen Kommentaren). Klar hat GC gestern eine schwache bis mässige Leistung erbracht, trotzdem wäre es von der grössten Zürcher Zeitung nicht mehr als fair, bei den Fakten zu bleiben. Beispiel Platzverweis: „Das Gefühl teilt mit, dass vielleicht auch Gelb gereicht hätte“…leider hat Ihr Gefühl nicht sehr viel mit Fussball-Sachverstand zu tun, denn es war eine glasklare rote Karte. Und wieso wurde mit keinem Ton erwähnt, dass dem Tor von Ilie ein Foul an Spycher vorangegangen ist (sogar fcz-Fan Dani Wyler musste das zugeben). Aber eben: In den Augen der Tagi-Sportredation ist der FCZ der sympathische Arbeiterverein während GC die üblen Bonzen symbolisiert. Dieses Cliché wird immer wieder bemüht und mit Tagi-Sticheleien gegen GC und netten FCZ-Homestories untermalt.
GC hat in den letzten 20 Jahren in ewta 1000% mehr Erfolg gehabt als die Verlierer vom Letzigrund. Aber das scheint unerheblich zu sein. Der liebe Sven Hotz ist von Ihrer Zeitung zur Kultfigur gemacht worden, obwohl er trotz seinen Millionen ausser einem Cupsieg nichts, aber auch gar nichts erreicht hat. Ist Erfolg etwas verwerfliches? Oder anders gefragt: Sind Niederlagen so sexy?
Es wäre schön, wenn Ihr Chef, Herr Wettstein, von dem ich eigentlich glaubte, ein objektiver Zeitgenosse zu sein, Ihnen und Ihren lieben Freunden (z.B. Peter Bühler…schläft er eigentlich in FCZ-Bettwäsche?) ein wenig mehr Objektivität abverlangen würde.
Wünsche Ihnen trotzdem einen schönen Abend
Martin Bühler “
Und hier die Antwort von P. Bühler (man beachte vor allem das PS.):
„Sehr geehrter Herr Bühler
besten Dank für Ihr Mail.
Ihren Unmut über die „unsäglich einseitige Berichterstattung“ über die beiden Zürcher Fussballklubs können wir nicht nachvollziehen. Offensichtlich gibt es einfach zu jedem Spiel verschiedene Wahrnehmungen und Einschätzungen. Sie haben die Ihre, wir die unsere. Ob die rote Karte gegen Tarone so „glasklar“ war, wie Sie meinen, ist Ansichtssache, ob dem Tor von Ilie ein Foul Stahels an Spycher vorausging ebenfalls.
Wir können Ihnen versichern, dass wir bemüht sind, fair über die beiden Zürcher Vereine zu berichten. Wir sind überhaupt nicht der Ansicht, dass GC die üblen Bonzen symbolisiert, wir unterhalten viel mehr beste Beziehungen zur GC-Führung – ohne deswegen auf eine kritische Haltung zu verzichten, falls wir diese für nötig erachten.Genau gleich verfahren wir gegenüber dem FCZ.
In der Hoffnung, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben, verbleiben wir mit freundlichen Grüssen
Peter Bühler und Ueli Kägi, TA-Sportredaktion
PS: Peter Bühler schläft nicht in FCZ-Bettwäsche…“
Eigentlich witzig, dass Dein Gegenpart auch Bühler heisst. Den solltest Du eigentlich im Griff haben…
Liebe Bühlers
Einmal mehr muss ich mich leider wiederholen: Auch in Martins äusserst witzigem Mail (die Kreativen sind übrigens ansonsten ennet den Geleisen) klingt in jeder Zeile an, dass sich der Hüpfer-Verein ausschliesslich über den Erfolg definiert. Dies ist im Fussball leider etwas wenig, wie die kümmerlichen Zuschauerzahlen selbst in Meistersaisons zeigen (sehr grosszügig gezählte 1500 Leute an der letzten Meisterfeier wurden als Erfolg gewertet…).
Fussball heisst bekanntlich: Emotionen, Herzblut, Kult, Kreativität etc. All dies ist nun halt seit mindestens 40 Jahren in Zürich nur noch im Letzigrund zu Hause, während der Kinderchor von Ketteli- und Gel-Ricci jeweils spätestens mit 15 Jahren merkt, dass GC äusserst uncool ist. Eine ärgerliche Erkenntnis, nachdem man lange Jahre gemeint hat, auf der richtigen Seite zu stehen… Dummerweise kann man den Club im Erwachsenenleben nicht mehr wechseln ohne das Gesicht zu verlieren, weshalb es halt doch immer etwa 3000 verbitterte Unentwegte geben wird – die sich ausschliesslich über den Erfolg ihrer Insekten etwas Achtung verschaffen müssen. Sobald die Hüpfer mal absteigen sollten, wäre der Club dann definitiv am Ende.
Lieber Grufcz,
Wladimir (der auch nicht zufällig beim Z und nicht bei Kloten spielte)
Herr Krutow, leider wieder einmal ein Beitrag der die typische FCZ-Anhänger-Sicht wiedergibt. Es wird an einigen (teilweise zugegebenerweise nicht abstreitbaren) Punkten aufgelistet, weshalb man nur für den FCZ sein kann. Interessant aber, dass der sportliche Erfolg offenbar nicht dazuzählen soll. Da wundere ich mich eigentlich nur, dass nirgendswo der Jubel und das Gejohle grösser als in der FCZ Ecke ist, wenn der Arbeiterklub einen seiner äusserst raren Erfolge feiert…
Und dann noch ein enttäuschende Nachricht, lieber Wladimir: GC wird trotz Fehlern und einer momentan durchschnittlichen Mannschaft (welche das hochgelobte und teure FCZ-Starensemble inner Wochenfrist zweimal nicht zu bezwingen vermochte), in absehbarer Zeit nicht absteigen! Sorry…
PS: Ich schaue das als Akt der Nachsicht und Berücksichtigung der freien Meinungsäusserung an, dass solche unfundierten Beiträge auf meinem Server stehen bleiben dürfen 🙂