Im heutigen Tages Anzeiger (Mo, 28.02.05) ist schon wieder ein Artikel zum Thema Blog zu finden. Das Thema wird einmal mehr an den amerikanischen Politblogs festgemacht (ja, der Präsidentschaftwahlkampf aus dem letzten Jahr…). Dass in erster Linie die amerikanische Blogosphere beschrieben wird, kann damit entschuldigt werden, dass der Autor Korrespondent in den USA ist.
Interessanter dann aber der zweite Teil des Artikels, in dem sich Peter Haffner mit der Glaubwürdigkeit von Bloggern auseinandersetzt und ob sich die grossen Medienhäuser effektiv um die Blogosphere kümmern müssen oder sollen. Der m.E. insgesamt ausgewogenen Text schliesst dann mit einer kleinen Unschärfe: Think Secret ist nicht wirklich ein Blog im eigentlichen Sinn.
Es bleiben ein paar Fragen unbeantwortet, die alle Blogger betreffen und bei denen es mich wunder nehmen würde, was andere dazu denken:
- Was ist von werbefinanzierten Blogs zu halten? Würdest Du Werbung in Deinem Blog anzeigen?
- Inwiefern müssen/sollten Interessenbindungen offen gelegt werden? Wie könnten Sie aufgedeckt werden?
- Wann kann ein Blogger dazu gezwungen werden eine Korrektur oder Gegendarstellung zu publizieren?
Die Schweizer Blogosphere ist zwar noch klein und es gibt noch fast keine Blogs die explizit extreme Positionen vertreten, aber es kann ja durchaus Sinn machen sich schon vorab darüber Gedanken zu machen, oder?
Weitere Beiträge in letzter Zeit zu Blogs in den Medien:
- circle.ch: Wiedermal Intimes aus der Bloggerwelt
- Matthias: blog: Blogger sind exhibitionistisch…
- stefanbucher.net: «Migros Magazin» stellt richtig
Werbefinanzierung ist glaub‘ ich kein Problem, das gibt es in sehr vielen Blogs. Solange man noch weiss, was Werbung und was Blog ist, sehe ich auch keinen Konflikt. Erst wenn man nicht mehr weiss, ob der Beitrag über Produkt XYZ bezahlt wurde, wird’s für mich kritisch.
Interessenbindungen werden i.d.R. sehr schnell aufgedeckt, siehe z.B. im deutschen Sprachraum den Fall Kelly. Das ist ja gerade das Schöne am Internet, alles kann und wird hinterfragt :-).
Korrekturen und Gegendarstellungen: Zwingen kann und sollte man niemanden. Dafür sind die Kommentare da, dort hat jeder Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzustellen; natürlich nur, solange der Site-Betreiber unliebsame oder unangenehme Kommentare nicht löscht.